Auszug aus der Brandenburger Gewässerordnung

 

4.1. Fang und Verwendung von Köderfischen

Jeder Angler, der zur Benutzung der Raubfischangel in einem Gewässer berechtigt ist, darf in diesem Gewässer als Angelköder für seinen persönlichen Bedarf Fische, Wollhandkrabben und Amerikanische Flusskrebse fangen, hältern und verwenden. Die Bestimmungen nach 4.3., 4.3.1., 4.5.1. und 4.6. gelten entsprechend. Köderfische dürfen nur in dem Gewässer oder Gewässersystem verwendet werden, aus dem sie gefangen wurden. Dies gilt nicht für tiefgefrorene oder chemisch konservierte Köderfische und tote Seefische (§ 6 Abs. 2 BbgFischO). Fische, die auf Grund gesetzlicher Vorschriften oder Festlegungen des LAVB einem Fangverbot unterliegen, dürfen weder gehältert noch als Köderfisch verwendet werden Köderfische sind vor dem Anködern grundsätzlich zu töten. Ausnahmen regelt die Bbg.FischO. § 6 Abs. 1.

4.2. Köderfischsenke

Zum Köderfischfang darf ein Senknetz mit einer Seitenlänge von bis zu 120 cm verwendet werden. Gleichfalls kann diese Senke zur Landung geangelter Fische benutzt werden, sofern dies die Bedingungen an einen Angelplatz erfordern. Bei Vorliegen von Koppelfischerei ist der Einsatz der Köderfischsenke nur im Einvernehmen aller auf dem betreffenden Gewässer tätigen Fischereiausübungsberechtigten zulässig.

4.3. Schonzeiten und Verwendungsverbote

Fischarten, für die Schonzeiten bestehen, dürfen während dieser Zeit nicht aus dem Gewässer entnommen werden. Sollten Exemplare der geschonten Arten bei der Ausübung des Angelns mitgefangen werden, so sind diese schonend wieder zurückzusetzen, gemäß Bestimmungen nach 4.5.3.

4.3.1. Mindestmaße und Schonzeiten

 Fischart  lat. Name
Mindestmaß
Schonzeit
 Aal  Anguilla anguilla
45 cm 
-
 Aland  Leuciscus idus
30 cm 
-
 Äsche  Thymallus thymallus
30 cm 
01.12. - 31.05.
 Bachforelle  Salmo trutta f. fario
 30 cm 
16.10. - 15.04.
 Bachsaibling  Salmo fontinalis
25 cm 
16.10. - 15.04.
     
in Fließgewässern, in stehend
     
Gewässern keine Schonzeit
 Barbe  Barbus barbus
40 cm 
01.05. - 31.07.
 Döbel  Leuciscus cephalus
30 cm 
-
 Gr. Maräne  Coregonus nasus und    
   Coregonus lavaretus    
 
in Fließgewässern 
30 cm 
-
 
in stehenden Gewässern 
30 cm 
01.10. - 31.12
 Hecht  Esox lucius
45 cm 
01.02. - 31.03.
 Karpfen  Cyprinus carpio
35 cm 
-
 Kl. Maräne  Coregonus albula
15 cm 
-
 Quappe  Lota lota
30 cm 
-
 Rapfen  Aspius aspius
40 cm 
01.04. - 30.06.
 Regenbogenforelle  Onchorhynchus mykiss    
 
in Fließgewässern 
25 cm 
16.10. - 15.04.
 
in stehenden Gewässern 
25 cm 
-
 Schleie  Tinca tinca
25 cm 
-
 Seeforelle  Salmo trutta f. lacustris
60 cm 
ganzjährig
   als Satzfisch eingebrachte
 Seeforellen
60 cm 
16.10. - 15.04.
 Wels  Silurus glanis
75 cm 
01.05. - 30.06.
 Zander  Sander
45 cm 
01.04 - 31.05.
 Zope  Abramis ballerus
20 cm 
01.03. - 31.05.
 Amerikan. Krebs  Orconectes limosus Raf.
8 cm 
-

Als Mindestmaß gilt bei Fischen der Abstand von der Kopfspitze bis zum Ende der natürlich ausgebreiteten Schwanzflosse, bei Krebsen von der vorderen Spitze des Kopfpanzers bis zum Ende des Schwanzes bei flach ausgelegtem Hinterleib ( § 2 Abs. 1 BbgFischO.).

4.3.2. Ganzjährige Schonzeit und somit Fangverbot haben:

Störe, sämtliche Arten der Gattung Acipenseridae sowie deren Bastarde
 Fischart  lat. Name
 Binnenstint  Osmerus eperlanus f. spirinchus
 Bitterling  Rhodeus sericeus amarus
 Edelkrebs  Astacus astacus
 Elritze  Phoxinus phoxinus
 Finte  Alosa fallax
 Goldsteinbeißer  Sabanejewia balcanica
 Gr. Maräne  Coregonus nasus und Coregonus lavaretus
 Gründling  Gobio gobio
 Weißflossengründling  Gobio albipinnatus
 Kl. Stichling  Pungitius pungitius
 Lachs  Salmo salar
 Maifisch, sämtliche Arten
 Meerforelle  Salmo trutta
 Moderlieschen  Leucaspius delineatus
 sämtliche Muscheln
 Nase  Chondrostoma nasus
 Neunaugen , sämtliche Arten
 Nordseeschnäpel  Coregonus oxyrhynchus
 Rundmäuler
 Schlammpeizker  Misgurnus fossilis
 Schmerle  Barbatula barbatula
 Schneider  Alburnoides bipunctatus
 Steinbeißer  Cobitis taenia
 Westgroppe  Cottus gobio
 Zährte  Vimba vimba
 Ziege  Pelecus cultratus

4.4. Fangbegrenzungen je Kalendertag

4.4.1. Allgemeine Angelgewässer

4.4.1.1.

5 Stück Aal

4.4.1.2.

3 Stück Feinfisch gesamt – in dieser Menge jedoch nur
3 Stück Hecht, Zander, Wels, Regenbogenforelle, Karpfen
2 Stück Rapfen
1 Stück Bachforelle, Seeforelle, Äsche

4.4.2. In Salmonidengewässern

5 Stück Salmoniden
insgesamt pro Jahr 100 Stück

4.5. Behandlung und Verwendung des Fanges

4.5.1. Aneignen und Zurücksetzen gefangener Fische

Der Angler hat sofort nach dem Fang eines maßigen Fisches zu entscheiden, ob er diesen zurücksetzen oder sich aneignen und verwerten will. Soll der Fisch zurückgesetzt werden, so hat dies unmittelbar nach dem Lösen des Hakens zu geschehen. Fische, die entnommen und verwertet werden sollen, sind unmittelbar nach dem Fang weidgerecht zu töten oder vorübergehend, längstens bis zum Ende des Fangtages, zu hältern. Fische, die zurückgesetzt werden sollen oder müssen, sind nach Möglichkeit nicht zu keschern oder anders als mit nassen Händen zu berühren. Das gezielte Angeln auf kapitale Fische, mit dem ausschließlichen Ziel Maße und Masse der gefangenen Fische zu dokumentieren und sie anschließend ins Gewässer zurückzusetzen, widerspricht der guten fachlichen Praxis in der Fischerei und ist daher nicht statthaft.

4.5.2. Fangbuch

Jeder Angler ist zur Führung des Fangbuches verpflichtet und hat dies beim Angeln ständig bei sich zu führen. Nach der im Punkt 4.5.1 getroffenen Entscheidung ist der Fisch unabhängig davon, ob der Fisch gehältert oder sofort getötet wird, in das Fangbuch einzutragen. Buntfische können am Ende des Fangtages eingetragen werden.

4.5.3. Behandlung und Besitz untermaßiger Fische

Der Besitz untermaßiger Fische ist verboten, wobei auch Fische in Hältern als Besitz des Anglers gelten. Gefangene untermaßige Fische sind mit größtmöglicher Sorgfalt zu behandeln und unverzüglich in das Gewässer zurückzusetzen. Haben die Fische den Haken tief geschluckt, ist vor dem Zurücksetzen die Angelschnur in Höhe der Kopfspitze zu durchtrennen (§ 3 Abs. 1 BbgFischO).

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